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== Kapital == | == Kapital == |
Aktuelle Version vom 18. Mai 2024, 07:16 Uhr
Kurzinfo!
Produktionsfaktoren (Produktionsmittel) [1] sind jene materiellen und immateriellen Güter, deren Einsatz zur Herstellung anderer Güter oder Dienstleistungen erforderlich ist. [2]
Inhaltsverzeichnis
Arten
- Volkswirtschaftslehre
In der Volkswirtschaftslehre werden folgende Produktionsfaktoren unterschieden:
- Humankapital
- Unternehmerische Tätigkeit: so bei Jean-Baptiste Say,
- Natur oder Umwelt[3]
Boden und Arbeit gelten dabei als ursprüngliche (originäre) Produktionsfaktoren, Kapital als abgeleiteter (derivativer) Produktionsfaktor.[4]
- Betriebswirtschaftslehre
Nach Erich Gutenberg unterscheidet man in der Betriebswirtschaftslehre die direkt an der Produktion beteiligten Elementarfaktoren sowie den dispositiven Faktor. Elementarfaktoren sind objektbezogene menschliche Arbeitskraft, Betriebsmittel und Werkstoffe, der dispositive Faktor umfasst die Unternehmensführung, daraus ergeben sich Planung, Organisation und Kontrolle als derivative (abgeleitete) Faktoren.[5]
Faktorpreis
Die Produktionsfaktoren sind knapp, deshalb haben sie einen Preis:
- Arbeitnehmerentgelt (Lohn) für Arbeit,
- Gewinneinkommen (Zins) für Kapital und
- Bodenrente für den Boden
Der Faktorpreis entspricht dem Marktpreis, abzüglich den Produktionsabgaben zuzüglich den Subventionen. [6]
Arbeit
Arbeit ist jede planmäßige menschliche Tätigkeit, die auf Erzielung von Einkommen zur Bedarfsdeckung gerichtet ist.[7] Arbeit als einziger Produktionsfaktor ist kurzfristig variabel.[8]
Im Sinne der volkswirtschaftlichen Definition wird der Begriff Arbeit auf Erwerbstätigkeit reduziert, Formen unbezahlter Arbeit dagegen werden vernachlässigt.[9]
Weblinks
- Arbeit (Volkswirtschaftslehre) bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeit bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeit bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
Arbeitnehmerentgelt
- Synonyme: Lohn
siehe auch-> Lohn (Begriff)
Arbeitsentgelt ist der Preis des Produktionsfaktors Arbeit auf dem Arbeitsmarkt. Es ist der Oberbegriff für sämtliche in Geld erbrachten Zahlungen wie Arbeitslohn (Arbeiter) und Gehalt (Angestellte). [10]
Lohn wird oft auch als Synonym für das Arbeitsentgelt verwendet.[11]
Gleichgültig ist, ob das Arbeitsentgelt von einem privatwirtschaftlichen Arbeitgeber (Unternehmen, sonstige Personenvereinigungen) oder von einem öffentlich-rechtlichen Dienstherrn (etwa Behörden) stammt. [12]
Das Arbeitsentgelt kann in Geld oder einem Sachbezug bestehen.
- Umfang Arbeitsentgelt
Personalkosten:[13]
- Lohn: Entgelt für Arbeiter,
- Gehalt: Entgelt für Angestellte,
- Personalnebenkosten:
- Gesetzliche Sozialkosten: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung;
- Primäre vertragliche Sozialkosten (direkte Zahlung an Arbeitnehmer): Essenszuschüsse, Urlaubsgeld, Jubiläumszuwendungen, Jahresabschlussvergütungen;
- Sekundäre vertragliche Sozialkosten (kommen dem Arbeitnehmer indirekt zugute): Kantine, Betriebsarzt, Kindergarten, betriebliche Altersversorgung und Unterstützung;
- Sonstige Personalkosten (entstehen durch Fluktuationen): Stellenanzeigen, Abfindungen.
Der Unternehmerlohn sollte im Arbeitnehmerentgelt erfasst werden, wird aber im Gewinn ausgewiesen. Personalnebenkosten haben eine zunehmende Bedeutung erlangt. Lohn und Gehalt wird oft zu den Lohnkosten zusammengefasst. Die Personalnebenkosten werden oft synonym als Lohnnebenkosten bezeichnet.
- Kaufkraftbereinigung
Unter Nominallohn ist das in Geldeinheiten gezahlte Entgelt für geleistete Arbeit zu verstehen, das keine Aussagen über die Kaufkraft des Geldes (Geldwert) zulässt, da – im Gegensatz zum Reallohn – die Veränderungen des Preisniveaus in Form von Inflation oder Deflation nicht berücksichtigt werden.[14]
Der Reallohn ist der um die Inflation bereinigte Nominallohn.[15]
Weblinks
- Arbeitsentgelt bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeitsentgelt bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeitsentgelt bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeitskosten bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Lohnkosten bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Lohnnebenkosten bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Nominallohn bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Nominallohn bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Nominallohn bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Personalkosten bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Reallohn bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Reallohn bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Reallohn bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Sachbezug bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
Arbeitslosigkeit
siehe auch-> Persistenz
Arbeitslosigkeit ist ein Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt, bei dem die angebotene Art und Menge von Arbeitsleistungen die nachgefragte Art und Menge übersteigt, sodass ein Teil der arbeitswilligen und der arbeitsfähigen Erwerbspersonen zeitweise keine Beschäftigung hat.[16]
Weblinks
- Arbeitslosigkeit bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeitslosigkeit bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Arbeitsmarktkennziffern bei ÖNB, Abgefragt 18.6.2023;
Kapital
siehe auch-> Kapital (Begriff)
Kapital im Sinne der Volkswirtschaftslehre ist die Gesamtheit aller alle bei der Erzeugung beteiligten Produktionsmittel verstehen, d. h. den Bestand an Produktionsausrüstung, der zur Güter- und Dienstleistungsproduktion eingesetzt werden kann.[17]
Das Kapital umfasst:
- das Realkapital, das sind die investierten Güter,
- das Geldkapital umfasst also finanzielle Mittel, die zur Erneuerung und Erweiterung des Kapitalstocks zur Verfügung stehen.
Das Humankapital wird als eigener Produktionsfaktor gesehen.
Weblinks
- Kapital bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Kapital bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Kapital bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
Gewinneinkommen
- Synonyme: Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen
siehe auch-> Zins (Begriff)
Die Gewinneinkommen stellen die Einkommen aus Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen dar.
Sie umfassen:[18]
- Zinsen,
- Nettopachten,
- Dividenden und
- sonstigen (entnommenen und nicht entnommenen) Ausschüttungen der Unternehmen mit oder ohne eigene(r) Rechtspersönlichkeit.
Zins ist in der Volkswirtschaftslehre Volkswirtschaftlich das Entgelt für die Überlassung von Kapital. Der Begriff ist weiter gefasst als der betriebswirtschaftliche. *)
Weblinks
- bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Gewinneinkommen bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Zins bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
Boden
Der Boden ist ein ursprünglicher (originärer), nicht vermehrbarer Produktionsfaktor. Im Rahmen der Produktion wird Boden als Standort des Betriebes, zum Abbau von Bodenschätzen (Rohstoffquelle) und auch als land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche betrachtet. [19] In der mordernen Volkswirtschaftslehre wird der Boden nur noch als Bestandteil des Kapitals betrachtet.
Unter Standortfaktor (-vorteil) versteht man alle Faktoren, die ein Unternehmen bei der Wahl eines Standorts berücksichtigt.[20]
Standortfaktoren sind: Verkehrslage, Arbeitskräfteangebot, Nähe zu Kunden (Absatzmöglichkeiten), Lieferanten (Beschaffungsmöglichkeiten), Dienstleistungsanbietern oder zu Unternehmen der gleichen Branche, Verkehrslage und Kommunikationsmöglichkeiten, Angebot an Betriebsflächen und Grundstücksreserven sowie Entsorgungseinrichtungen, Angebot an Arbeitskräften und Bildungseinrichtungen, Wirtschaftsförderung, öffentliche Abgaben (Steuern), als weiche Faktoren auch soziale Einrichtungen, Angebot an Wohnraum, Image der Region sowie Kultur- und Freizeitangebot.[21]
Der Standortfaktor stellt keinen Vermögensgegenstand und auch kein Wirtschaftsgut dar.
Das Entgelt für den Boden wurde als Bodenrente bezeichnet.[22]
Weblinks
- Boden (Produktionsfaktor) bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Boden bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Boden bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Standortfaktor bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Standortfaktoren bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Standort bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
Weitere Faktoren
Humankapital
Das Humankapital ist die Summe der wirtschaftlich nutzbaren Fähigkeiten, Kenntnisse und auch Verhaltensweisen der Erwerbstätigen einer Volkswirtschaft. Statistisch kann das Humankapital nur indirekt anhand sozialer Indikatoren (z. B. Art der schulischen Ausbildung) gemessen werden. Als Investitionen in Humankapital sind demnach die Ausgaben für Erziehung, Aus- und Weiterbildung anzusehen.[23]
Der Begriff Humankapital ist umstritten, deshalb wird Humanvermögen (Human Resources) als Alternative vorgeschlagen. Abzugrenzen ist dieser Begriff von sozialem Kapital. [24]
Weblinks
- Humankapital bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Humankapital bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Humanvermögen bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Humankapital bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
Weblinks
- Produktionsfaktor bei Wikipedia, abgefragt 3.6.2023;
- Produktionsfaktoren bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Produktionsmittel bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 3.6.2023;
- Produktionsmittel bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Produktionsfaktor bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
- Produktionsfaktoren bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 3.6.2023;
Einzelnachweise
- ↑ Produktionsmittel ist grundsätzlich das Synonym für Produktionsfaktor, wird aber gelegentlich einschränkend für Kapital und Boden verwendet. (Vgl. Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: Produktionsmittel, abgefragt 3.6.2023).
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Produktionsfaktor, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Produktionsfaktor, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung, Stichwort: produktionsfaktor, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: Produktionsfaktoren, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Vgl. Wikipedia, Stichwort: Nettoinlandsprodukt, abgefragt 22.5.2023.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung, Stichwort: Arbeit, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: Arbeit, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Arbeit (Volkswirtschaftslehre), abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Arbeitsentgelt, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Vgl. zB die Begriffe Nominal- und Reallohn.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Arbeitsentgelt, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Personalkosten, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Nominallohn, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: Reallohn, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung, Stichwort: Arbeitslosigkeit, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Kapital (VWL), abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: Gewinneinkommen, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung, Stichwort: Boden, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: Standortfaktoren, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung, Stichwort: Standort, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wiktionary, Stichwort: Bodenrente, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung, Stichwort: Humankapital, abgefragt 3.6.2023.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Humankapital, abgefragt 3.6.2023.